Pomsky Poppy lernt heute: Das Pferd ist keine Beute!
Auf gut hündisch: Das ist nix, was man als kleine Pomsky-Hündin anspringen, verfolgen oder jagen sollte. Solche Lektionen sind immens wichtig für junge Hunde. Sie gehören zu den sogenannten Abschalttrainings, Gelassenheitstrainings, Anti-Stress-Trainings, oder wie immer man sie auch nennen möchte.
Als Reiterin kann ich Euch versichern, dass es immer wieder problematische Hundebegegnungen gibt, wenn man zu Pferd unterwegs ist. Da gibt es einmal die Sorte Hund, die meinen, auf die Pferde losrennen zu müssen, sei es aus Neugier, oder warum auch immer.
Menschen, die Pferde gut kennen, wissen, dass diese Flucht- und Beutetiere sind, die sehr heftig auf so eine Aktion seitens eines Hundes reagieren können. Ein scheuendes, durchgehendes Pferd ist jedoch für jeden Reiter, für jede Reiterin ein Risiko, denn auch gute, erfahrene Reiter und Reiterinnen sind niemals vor einem Sturz sicher, oder einer Kollision mit einem Auto, und das kann schlimmstenfalls tödlich enden.

Auch kleine Hunde können zum Problem werden
Es sind nicht immer große Hunde, auf die wir Reiter skeptisch schauen, wenn sie sich nähern. Mir selber ist es schon passiert, dass die Halterin eines sehr waghalsigen Chihuahus ihren Mini-Hund auch noch dazu ermunterte, dem Pferd mal Hallo zu sagen, woraufhin ich bald die Krise bekam, besonders, da dieser kleine Spezialist sich an einer sog. Flexi-Leine befand. Die Vorstellung, dass sich die dünne, aber sicher sehr reißfeste Leine um ein Pferdebein wickelt, ist einfach nur gruselig. Wenn das Pferd daraufhin panisch reagiert, wäre auch das Hündchen wahrscheinlich nicht zu retten.

Das Pferd ist kein Monster!
Wenn ein Hund, der nicht hinreichend positiv an Pferde gewöhnt wurde, ängstlich oder panisch auf so ein großes Tier reagiert, handelt es sich bei dem Hund nicht um einen Feigling, sondern das ist zuerst einmal eine ganz normale und angemessene Selbstschutzreaktion des Hundes. Natürlich können auch in solchen Momenten gefährliche Situationen entstehen: Der Hund kann, auch wenn er an der Leine ist, vor ein Auto springen, oder seinen Menschen am anderen Ende der Leine zu Fall bringen – das ist alles schon vorgekommen. Er kann sich aber auch losreißen, oder, wenn er frei läuft, davonlaufen.

Abschalttraining, Gelassenheitstraining, Anti-Stress-Training, wie geht das?
Mit Poppy habe ich mich an diesem Tag an den Rand des Reitplatzes in den Schatten gesetzt und – nichts getan. Natürlich habe ich das mit der Reitlehrerin vorher abgesprochen, die mir sagte, dass die gelassenen Pferde kein Problem damit haben, vom Hund beobachtet zu werden. Also – kein Risiko für die reitenden Kinder.
Für das Foto habe ich mich kurz hinter Poppy gelegt, damit ich sie optimal aufs Bild bekam. Das war auch, nachdem sie schon lange geschaut, und die ruhig herumgehenden Pferde als harmlos eingestuft hatte. Die richtige Mensch-Hund-Position bei Abschalttrainings, Gelassenheitstrainings, Anti-Stress-Trainings, sieht allerdings so aus, dass der Hund eher hinter dem Menschen sitzt oder liegt, sich also in der geschützten Position befindet!
Wie lange? So lange, bis der Hund (wie gesagt möglichst im Welpenalter schon, also in der Prägungs/Sozialisierungsphase) sich komplett enstpannt hat. Am besten ist, wenn er am Ende sogar eingeschlafen ist. Mit dem Eindruck sollte man ihn dann ins Auto bringen, damit er mit der Vorstellung nach Hause fährt, dass es sich bei diesen Riesenviechern um große, uninteressante Trampeltiere handelt.

Vorbeugen ist besser als Heilen
Hunde, die sich bei der Begegnung mit einem Pferd nicht neutral verhalten, sind immer selbst in Gefahr und bringen andere in Gefahr. Darum ist es für jeden Hundehalter wichtig, seinen Hund, ob klein ob groß, vorsorglich gezielt daran zu gewöhnen, dass ein Pferd weder ein Spielpartner, oder eine Jagdbeute, noch ein gefährliches Monster ist, sondern ein großes, harmloses, ja, für Hunde eher langweiliges Tier.
Ein Gedicht aus alten Zeiten
