Pomsky Poppy macht Pipi

„Mach mal Pipi!“

Jeder Hund, den ich aufgezogen und erzogen habe, hat frühzeitig gelernt, sich auf das stimmliche Signal „Mach mal Pipi!“  an einer vorgegebenen Stelle zu lösen. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch umweltschonender und rücksichtsvoller, als den lieben Vierbeiner überall hinmachen zu lassen.

Neulich im Fernsehen: Im Rahmen einer Hundesendung wurde groß angekündigt, dass am Ende noch etwas ganz Besonderes gezeigt würde, und ich wartete gespannt. Die „Sensation“ war dann eine kurze Reportage über ein Rentnerpaar, die Ihren Border Collie abends vor dem Schlafengehen mit dem Kommando „Geh Pipi machen!“ dazu brachten, dass dieser den Weg lang lief bis zum Grundstücksende, und sich dort zum Lösen neben einen alten Schuppen hockte. Als besonderer Clou wurde dabei das Geräusch einer Klospülung abgespielt. Das wurde mehrmals wiederholt – Hund rennt den Weg runter, hockt sich hin – Klospülung.

Pomsky macht Pipi
Pomsky macht Pipi

Sensationell? Ne, das kann man jedem Hund beibringen, genauso wie zum Beispiel: Geh auf deinen Platz! Man muss es nur tun.

Auch Poppy weiß, wo die Hundetoilette ist

und benutzt sie normalerweise auch. Ja, aber heute war mal wieder so ein besonderer Tag, wo es nicht „normal“ lief, und das kam so: Am Abend saß ich mit einer Freundin draußen bei einem Glas Wein und einem Imbiss. Auch Poppy bekam einen schmalen Streifen von dem knackigen Körnerbrot. Mhm! das schmeckte wohl nach mehr! Während wir aßen, saß Poppy die ganze Zeit in unserer Nähe, die spitze Nase witternd in Richtung Tisch.

Nachdem Christiane sich verabschiedet hatte, um ihren eigenen Hund, den Hovawart Arthur, nicht so lange alleine zu lassen, räumte ich erst mal den Tisch ab und stellte die leeren Gläser ins Becken, Teller und Besteck in die Spülmaschine. Als ich wieder raus kam, sah ich Poppy gerade noch schnell vom Tisch runterspringen und fand den Brotkorb, in dem noch zwei kleine Stücke gelegen hatten, leer!

Christiane und Arthi
Christiane mit Hovawart Arthur

„Was fällt dir denn ein?!“ schnauzte ich Poppy an, die daraufhin wie ein geölter Blitz in die obere Etage rannte, wo sich auch die Schlafzimmer befinden – und wo mich später die nächste Überraschung erwartete: Mitten auf dem Bett war eine große nasse Stelle, die verdächtig nach Pipi roch.

Am nächsten Tag fuhr ich als erstes zum OBI, um für 7,99 Euro eine 2 x 3 Meter große Abdeckplane zu kaufen. Poppy, mal wieder ganz oben auf, ließ sich dabei im Einkaufswagen herumkutschieren, und von zig Leuten „süß“ finden. Na, wenn die wüßten…

Hund macht Pipi aufs Bett
Schicki-Micki-Bettüberwurf, mittendrin natürlich der unvermeidliche „Fauli“

Bleibt die Frage nach dem „Warum“

Im Rahmen meines Berufes hatte ich schon öfter mit solchen Fällen zu tun. Es kommt immer wieder vor, dass Hunde aus verschiedenen Gründen erhöhte Plätze bepinkeln. Es handelt sich dabei jedenfalls immer um Hunde, die in der Rangordnung nicht eindeutig an unterer Stelle stehen.

Jetzt ist es in meinem eigenen Haus passiert. Hab ich Poppy zu sehr verwöhnt? Vielleicht, weil sie nicht mein Hund (sondern ein Feriengast) ist?

Was meint Ihr dazu? Habt Ihr schon ähnliches erlebt?

 

4 Kommentare

  1. Dieses Thema kenne ich nur von meinen Kindern. Kinder zwecks Training aufs Töpfchen zu setzen, war zu meiner Kleinkindzeit gang und gäbe. Ja, man hört es schon. Meine Töpfchen-Zeit liegt in den Fünfzigern. Heute heißt es moderner ausgedrückt: es war verbreitet oder üblich. Kinder waren früh trocken. In den späteren Jahren war es dann gar nicht mehr so wichtig, Pampers löste bequem das Problem. Wie konnte Mama nur ihr Kind mit Töpfchen und Pipi-machen-Kommandos drangsalieren.

    Ich bin also sehr beeindruckt, hier von diesem erfolgreichen Training bei Hunden zu lesen. Das ist doch die ideale Lösung. Nun muss ich gestehen, meine Hundeerfahrung geht gegen null, da ich keinen Hund habe. Ich darf sie aber lieben, streicheln und mich ihnen ganz ohne Erziehungsabsichten nähern ;). Und ab und zu schaue ich in ihre tiefsinnigen Augen, so auch in die wunderschönen von Poppy, die ich in einem Lokal kennenlernen durfte. Wohlerzogen – Kompliment!

    Abendgruß von
    Renate

    • Liebe Renate, vielen Dank für diesen schönen Kommentar. Zum Thema „Kind und Töpfchen“: Ja, stimmt, das Töpfchen-Thema scheint mit Pampers gelöst, das Umweltthema jedoch eher nicht. Aber, wer will das schön hören?
      Der Satz „Ich darf sie aber lieben, streicheln und mich ihnen ganz ohne Erziehungsabsichten nähern“ erinnert mich direkt an meine Mutter. Ich verstehe und wertschätze diese respektvolle Haltung den Tieren gegenüber sehr.
      Ganz liebe Grüße aus Wallefeld von B

  2. Du hast einen herrlichen Kommentar geschrieben, der mir selbst nochmal eine andere Sichtweise auf meinen eigenen Blogbeitrag gegeben hat. Danke dafür, und danke, dass ich am Ende eines langen Arbeitstages nochmal so richtig lachen konnte!

  3. ​Was für ein herrlicher Artikel! Ich musste köstlich lachen.
    ​Die Situation kam mir beim Lesen nur bekannt vor. Bei uns war es damals nicht das Bett, sondern das Sofa, aber das Schema ist wohl dasselbe. Und ganz ehrlich: Diese Mischung aus „Ich war’s nicht“, Protest und dem dringenden Bedürfnis, nach einem Anschiss auf erhöhter Ebene Präsenz zu zeigen, kenne ich nicht nur von unserem Tom, sondern in leicht abgewandelter Form auch von meinen Kindern. Da fragt man sich manchmal wirklich, wer von wem lernt!
    ​Das Thema mit dem gezielten Signal-Pinkeln,habe icj zuvor noch nicht gehört, finde ich aber super. Wir Menschen gehen schließlich auch gezielt aufs Klo und veranstalten kein munteres „Home-Office-Pinkeln“ auf dem Bett oder in unserem Fall das Sofa. Warum sollte der Hund also das ganze Haus (oder die Natur überall) als sein persönliches Badezimmer betrachten?
    Ergibt absolut Sinn und schont die Nerven (und die Möbel).
    ​Danke für den witzigen und ehrlichen Einblick
    ​Liebe Grüße,
    Bianca mit Tom Tomate und Oskar Stolperfuß

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