Es ist ja nicht so, dass der Hund (Poppy, 1 Jahr alt) völlig unterfordert wäre, oder dass man sich nicht hinreichend mit ihm beschäftigt. Aber trotz ausgiebigen Rennspielen auf der abgemähten großen Weide, mit anschließendem Konzentrationstraining (Wir lernen gerade, dass Pferde keine Monster sind), danach anschließender Fütterung + Kauteil, meint dieser Hund mal wieder, das sei immer noch nicht genug, um nicht komplett ausrasten zu müssen.
Ist Poppy ein Messi?

Jedenfalls kam mir das heute mal wieder so vor. Das erste, was ich sah, war das abgerissene Bein des bedauernswerten Faultiers namens „Fauli“, das doch sowieso schon einbeinig war, auf dem Sofa liegen. Als nächstes fiel mein Blick auf ein durchgekautes Stück Büffelhaut auf dem Schreibtisch zwischen den Steuerunterlagen. Madame war also während meiner kurzen Abwesenheit (ein Gang zum Klo hatte gereicht) über Tisch und Bänke gerast.
Und da kommt sie schon wieder an! Auf das Sofa drauf, dass die Brocken fliegen und dann mit dem abben Bein vom armen Fauli in einem Wahnsinnstempo die Treppe hoch. Jetzt reichts!
Madame Poppy wird zwangs-beruhigt

„Geh mal auf Deine Decke!“ Wenn ich so rede, weiß sie, dass es mir ernst ist. Aber da sie ja immer noch ein Pubertier ist (Jan Weiler), kann sie das natürlich nicht sofort tun, sondern muss erst mal aus dem Fenster kucken. Ob da draußen vielleicht irgend jemand ist, der der armen Poppy hilft, dass sie nicht auf diese blöde Decke gehen muss? Aber es hilft nichts, und da sie immer wieder von der Decke hoppst und Blödsinn machen will, ich aber jetzt meine Büroarbeit, mache ich jetzt ernst, und verweise sie energisch in ihr „Häuschen“ (Ruhebox). Und da das Ding ja Ruhebox genannt wird, scheint es auch sofort zu wirken.

Eine kleine Weile höre ich sie noch piepsen und murkeln und dann ist Ruhe im Karton. Die Ruhebox steht ein paar Meter von meinem Schreibtisch entfernt, sodass ich Poppy durch das Gitter sehen kann. Bald ist sie in tiefen Schlaf gefallen und ich kann bei himmlischer Ruhe und völlig ungestört meine Büroarbeit erledigen. Ja, passt mir auch nicht, muss aber sein. Das Leben ist kein Wunschkonzert.

Als ich im Büro fertig bin, öffne ich das Gitter der Box und gehe nach unten. Poppy gähnt und bleibt liegen – sie folgt mir nicht. Was mir sagt, dass sie wirklich völlig „drüber“ und meine Zwangsmaßnahme angebracht war.
Was denkt Ihr darüber?
Findet Ihr meine Erziehungsmaßnahme angebracht, oder kommt sie Euch zu streng vor? Stimmt Ihr mir zu, dass man Hunde manchmal „zu ihrem Glück zwingen“ muss?