Heiße Girls und tote Tiere

Nichts für empfindliche Näschen

Läufige Hündin
Young girl Lacey ist läufig!

war unser Fund auf der frisch gemähten Weide. Aber lasst mich von Anfang an berichten: Lacey, das Austalian Cattle Dog-Girl ist heiß! Sie ist jetzt fast 1,5 Jahre und noch dabei, sich mit ihrer Läufigkeit allmählich einzupendeln. Im Moment befindet sie sich in einem Zustand, wo ihr wohl jeder willige Rüde höchst willkommen wäre. Pudelmännchen Alim (kastriert) wird ständig angebaggert, so dass er sicher froh ist, wenn seine Partnerin endlich wieder „normal“ ist.

Was tun mit einer läufgen Hundedame,

die ja, trotz ihrem Zustand, beschäftigt sein möchte? Einmal ist natürlich zu beachten, dass sie momentan nicht so belastbar ist, wie sonst. Also: Rasante Sachen, wie Treibball, stehen da nicht auf dem Programm. Aber ein bißchen was unternehmen, würde ihr sicherlich gut tun. Nur wo? Es wäre höchst unfair, vor allem anderen Hundebesitzern gegenüber, mit ihr in der Landschaft herum zu wandern, und überall Duftspuren zu hinterlassen. Da ist Stress und „Abhauen“ der interessierten Rüden vorprogrammiert. Also setzte ich die Idee um, mit ihr zu einer abgelegenen Mähwiese zu fahren, um dort ein bißchen mit dem Preydummy zu spielen.

Hunde in abgemähter Wiese
Hunde in der abgemähten Wiese sind in der Regel kein Problem.

Der Aufenthalt auf der rappelkurz gemähten Wiese hat den Vorteil, dass da nur ein Mindestmaß an Zecken anzutreffen ist. Auch haben die meisten Bauern in der Regel nichts dagegen, wenn wir mit unseren Hunden die Weiden nach dem Mähen nutzen. Kurz vor der Mahd ist es aber eher unerwünscht, wenn wir das Gras zertrampeln und vor allem, wenn die Hunde ihre Haufen darin absetzen, denn das Gras, das zu Silo oder Heu verarbeitet wird, dient ja als Futter für Rinder und Pferde.

Betretungsrecht?

In NRW gibt es kein generelles Betretungsrecht für Wiesen und Weiden. Egal, ob wir zu Fuß, zu Pferd, mit oder ohne Hund unterwegs sind, haben wir dieses Recht nicht! Das ist so ein Punkt, über den sich viele nicht im Klaren sind. Man glaubt, diese Flächen seien so eine Art Allgemeingut – sind sie aber leider nicht. Wiesen und Weiden, auch wenn sie nicht eingezäunt sind, sind Privatland der Eigentümer – in der Regel der Bauern. So, wie zum Beispiel unsere Gärten auch unser Privatland sind. So, wie ich das hier kenne, gibt es aber normalerweise keinen Stress, solange man sich ordentlich verhält. Also – „goldene Regel“: Nicht mehr über die Wiesen gehen, wenn das Gras schon gewachsen ist und bald gemäht werden soll. Der „Erste Schnitt“ für das Silo ist bereits – je nach Wetter – Ende April/Anfang Mai.

Totes Reh
Dieses Reh wurde nicht von Hunden gehetzt, sondern vom Mähwerk geschreddert.

 

Schön war´s mit der Lacey auf dem Stoppelfeld.

Unter den liegengebliebenen Grasresten versteckte ich für sie den Futterbeutel und schickte sie zum Suchen. Aber plötzlich hob sie die Nase in die Luft: Sie hatte Witterung bekommen! Interessiert, was da wohl sein würde, ließ ich sie laufen. Ich hatte es mir schon fast gedacht: Am Feldrand fand ich die traurigen Überreste eines Rehs, halb in eine Decke gewickelt. Lacey schnupperte vorsichtig daran, kam aber auf mein Rufen sofort zu mir.

Leider passiert es oft, dass Rehe und besonders Kitze, mit dem Mähwerk geschreddert werden. So etwas zu sehen, tut schon weh! Als ich noch in Gimborn lebte, war es üblich, dass die Nachbarn gemeinsam vor dem Mähen, in einer breiten Kette, die Wiesen nach Kitzen absuchten. Hier scheint das wohl nicht so zu sein.

Kommentar

  1. Ingrid Hempeler

    Es ist gut zu lesen, dass du Lacey schon so weit erzogen hast, dass sie auch in einer solch spannenden Situation zuverlässig abrufbar ist.
    Und das, obwohl sie ja mit 16 Monaten noch ein richtig junger Hund ist.

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