„All-in-Train“ Hundetraining aktuell Teil 4

Hier im letzten Teil zum Thema „All-in-Train“ (Alltags-Integrations-Training), möchte ich Euch einen Einblick in mein Leben mit den Hunden und Pferden geben, sowie Anregungen zum Nachmachen.

Inzwischen hat sich einiges in meinem Leben geändert: Das alte, einsame Forsthaus im Wald, in dem ich mit den Tieren viele Jahre gelebt habe, wurde gegen ein neueres „pflegeleichtes“ Haus eingetauscht, denn meine Arbeit als Trainerin und Beraterin hat mich im Laufe der Jahre immer mehr in Anspruch genommen. Die folgenden Geschichten stammen also noch aus der schönen Zeit im „Forsthaus Kümmel“ in Gimborn, wo ich meine ersten Jahre als geprüfte Hundetrainerin im alten Kuhstall unterrichtete. Manche mögen sich noch daran erinnern.

Mein Tagesablauf begann in der Regel mit dem Versorgen meiner beiden Pferde. Während diese gemächlich ihr Frühstück verzehrten, erledigte ich Routinearbeiten wie Stallreinigung, Heu nachlegen, Zäune, Tore und Tränken überprüfen.

Unser Grundstück lag direkt am Waldrand und war nicht eingezäunt. Es war also alleine schon von daher unerlässlich, dass Dingo und Ruth zuverlässig in meiner Nähe blieben, wenn ich sie morgens mit zu den Pferden nahm.

Pferd und Hund im Winter
Gleich geht es los! Dingo hält Houblon fest, bis Frauchen mit dem Sattel kommt. Er spielt eine wichtige Rolle in ihrem Leben.

Bevor ich mit meiner eigentlichen Arbeit begann, wies ich den Beiden ihre Aufenthaltsplätze an und deponierte das Futterdummy an einem bestimmten Ort in ihrer Nähe. Das konnte zum Beispiel ein Heustapel sein, eine Leitersprosse oder ein umgestülpter Eimer. Ich tat dabei immer recht geheimnisvoll und ihre verschwörerischen Blicke sagten mir: „Wir haben´s gesehen. Wir bleiben hier und passen auf.“ Kam ich nach einiger Zeit zu ihnen zurück, durfte einer das Dummy holen und beide bekamen eine Belohnung fürs Aufpassen. Während ich die Pferde versorgte, lagen meine Hunde also nicht untätig und gelangweilt rum, sondern sie „arbeiteten“ indem sie auf meine Sachen aufpassten.

Als nächstes durfte einer von beiden dann beispielsweise das Dummy vom Heulager mit in den Stall nehmen. Ich legte es auf einem Mauervorsprung ab und wies beide an, zu bleiben. Wurde auch dieser Auftrag gut durchgeführt, konnte es sein, dass ich bei meiner nächsten Rückkehr auch mal ein paar Minuten Zeit für ein Suchspiel einräumte. Nach dieser kleinen Abwechselung legte ich das Objekt vielleicht auf einem Querholz der Einzäunung ab, gab die Anweisung „Bleib“ und erledigte meinen nächsten Arbeitsgang.

Apportieren für Fortgeschrittene
Training mit Dingo und Ruth am Forsthaus.

Meine Cattle Dog Dingo, den ich schon vom Welpenalter an hatte, nahm seine Aufgaben immer sehr ernst und kaum etwas konnte ihn dazu verleiten, das ihm anvertraute Objekt im Stich zu lassen. Ruthchen hingegen, die als zweijährige Streunerin zu mir kam, nahm die Sache mit der Objektbewachung nicht immer ganz so genau. Aber auch bei ihr habe ich durch solche Maßnahmen erreicht, dass sie sich nie mehr als ein paar Schritte von ihrem Platz entfernte, egal wo ich sie zurückließ.

Wie meine Ruth (auf dem Cover unten) vom Straßenhund zur treuen Gefährtin wurde, könnt Ihr im Heft lesen.

 

Hunde-Logisch Ausgabe 6 / 2011 - Leitthema: Hunde mit Vergangenheit Teil 2, Hundespiele für Wintertage
Hunde-Logisch Ausgabe 6 / 2011 – Leitthema: Hunde mit Vergangenheit Teil 2, Hundespiele hier im Heft lesen!

Weitere Beispiel für die Alltagstrainings findet Ihr in den vorhergehenden Beiträgen zum Thema „All-In-Train“.

Das Lebensproblem vieler Hunde ist, dass sie nicht wissen, welche Rolle sie in ihrem menschlichen „Rudel“ spielen – welchen Platz sie darin ausfüllen und was ihre Aufgabe ist. Mangels Anleitung suchen sie sich dann selbst ihren Weg, das heißt, sie legen sich unerwünschtes Verhalten zu und werden dann zu sogenannten „Problemhunden“.

Macht Ihr es besser! Erzieht Eure Hunde gut, bringt ihnen etwas bei und lasst sie dadurch täglich an Eurem Leben aktiv teihaben. Denn das ist es, was Hunde brauchen!

 

 

 

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